Diskussion: Wenn das Buch nicht hält, was es verspricht

Klar, im Advent verkaufen sich Weihnachtbücher besser und in der warmen Jahreszeit gehen wahrscheinlich locker, leichte Sommerbücher eher über die Ladentheke als schwere, psychologische Familiendramen. Kein Wunder also, dass Verlage versuchen, ihre Bücher so zu vermarkten, dass sie einer bestimmen Zielgruppe entsprechen und in die Zeit, in der sie erscheinen, passen. Dazu gehört auch, dass man auf bestimmte Trends aufspringt (man beobachte nur die Flut an Erotikromanen im Buchhandel, nachdem „50 Shades of Grey“ so dermaßen durch die Decke gegangen ist).

Alles schön und gut. Nur leider wird es für den Käufer sehr ärgerlich, wenn die Verpackung ihn in die Irre führt und einen Inhalt vorgaukelt, den das Buch dann nicht halten kann. Aufgefallen ist mir das bei folgenden Büchern:

  • Ein Traum am Kaminfeuer von Abby Clements: Das Buch kommt in knalligem rot daher und glitzert wie verrückt. Das Cover zieren silberne Schneeflöckchen und goldene Weihnachtsglöckchen und zu guter letzt sieht man ein schneebedecktes Häuschen im Schneegestöber. Wenn das nicht nach Weihnachten und Winter schreit. Leider war der Roman weder ein Winter- noch ein Weihnachtsroman. Im Grunde geht es um Amelia, die  zusammen mit ihrem Mann Jack ein heruntergekommenes Cottage in der Nähe von Kent kauft und renoviert. Ihr Ziel: an Weihnachten soll das Haus fertig sein. Doch die Renovierungsarbeiten sind anstrengender als gedacht und drohen sogar Amelias und Jacks Ehe zu sprengen. Hauptsächlich spielt der Roman im Frühsommer sowie im Herbst. Es liegt kein Schnee, es gibt kein Schneegestöber und Weihnachtsstimmung kommt bei diesem Roman auch nicht auf. An sich eine nette Wohlfühlgeschichte. Aber enttäuschend, wenn man mit falschen Erwartungen an das Buch herangeht.
  • Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan: Cover, Titel und Klappentext gaukeln einem vor, dass es sich hierbei um das ultimative Sommerbuch handelt. Einband und Schrift sind in frischem Blau gehalten, das Cover ziert die Zeichnung einer Frau im Bikini am Strand – ihr Haar wird vom Wind zerzaust uns sie trägt eine Sonnenbrille. Auf dem Klappentext wird eine Rezension aus der „Brigitte“ zitiert: „Wenn Sie nur ein einziges Buch in die Ferien mitnehmen wollen, dann sollten Sie dieses einpacken.“ Das Buch hat mir ganz gut gefallen, war aber weit entfernt von einem leichtfüßigen Sommerroman. In Wirklichkeit war das Buch ein ziemlich vielschichtiges Familiendrama, das sehr viele Themen anschneidet und auch zum Nachdenken anregt. Im Sommer hat der Roman auch nicht wirklich gespielt. Als ich dann entdeckt habe, dass der Originaltitel des Romans nur „Maine“ heißt, war mir so einiges klar.
  • Das Schmetterlingsmädchen von Laura Moriarty: Ein Roman über die goldenen Zwanziger in New York. Das Cover ziert der Stummfilm-Star Louise Brooks und auch auf dem Klappentext wird versprochen, dass das ein „ergreifender Roman über … die schillerende Stummfilm-Ikone“ ist. Mit der Annahme, hier einen biografischen Roman über Louise Brooks zu lesen, bin ich an den Roman herangegangen. Doch weit gefehlt. Der Originaltitel lautet „The Chaperone“ – also: „Die Anstandsdame“. Und genau dieser Titel trifft viel eher auf den Roman zu. Louise Brooks kommt zwar in dem Roman vor, allerdings nur als Nebenfigur. Erzählt wird vielmehr die fiktive Geschichte von Cora, die die 15-jähirge Louise Anfang der 20er Jahre als Anstandsdame nach New York begleitet und  wie sie sich – auch geprägt durch diese Zeit – in den Folgejahren von alten Konventionen befreit. Ein guter historischer Roman, der allerdings etwas anderes verspricht, als er dann halten kann.

Welche Romane, bei denen Verpackung und Inhalt auseinander driften, kennt ihr?

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Jahresrückblick 2014

Was bringt ein neues Jahr? Mit Glück das, was du möglich machst. (Else Pannek) – Euch allen wünsche ich ein erfoglreiches und gesegnetes neues Jahr. Hier folgt ein kleiner Rückblick auf mein Bücher-, Film- und Musikjahr 2014.

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In diesem Jahr habe ich 55 Bücher gelesen. Für mich ein ganz guter Schnitt, auch wenn ich mir ursprünglich ein wenig mehr vorgenommen habe. Im Großen und Ganzen war mein Bücherjahr recht positiv: Trotz einiger Flops habe ich dennoch ein paar tolle Werke entdeckt und die Liebe zu einigen Autoren vertieft: Ursula Poznanski, Martin Suter, Berni Mayer, Frank Goosen und Joey Goebel. Highlights in diesem Jahr waren die Lesung von Berni Mayer im April und meine Reise zur Frankfurter Buchmesse im Oktober.

Meine Highlights:

  • Annette Hohberg – Ein Sommer wie dieser
  • Joey Goebel – Ich gegen Osborne
  • Frank Goosen – Sommerfest
  • Martin Suter – Small World
  • Berni Mayer – Der Große Mandel
  • David Benioff – Die Stadt der Diebe
  • Eugen Ruge – In Zeiten des abnehmenden Lichts
  • Janos Szekely – Der arme Swoboda
  • Micaela Jary – Das Haus am Alsterufer
  • Ursula Poznanski – Fünf
  • Juli Zeh – Nullzeit
  • Peter Prange – Ich, Maximilian, Kaiser der Welt
  • Martin Suter – Die Zeit, die Zeit
  • Frank Goosen – Sechs silberne Saiten
  • Ursula Poznanski – Blinde Vögel

Meine Enttäuschungen:

  • Karin Engel – Der geheime Salon
  • David Safier – Muh!
  • Helene Hegemann – Axolotl Roadkill
  • Frank Goosen – Pink Moon
  • Clair Bouvier – Das Lied der weißen Wölfin
  • Deirdre Purcell – Perlmuttsommer
  • Joachim Seidel – Himbeertoni

Ausblick:
Derzeit freue ich mich ganz besonders auf den dritten Thriller „Stimmen“ von Ursula Poznanski, der im März erscheinen soll. Ansonsten habe ich mir lesetechnisch gar nicht so viel vorgenommen und hoffe einfach auf viele neue Bücher.

Mein musikalisches Jahr:
Musikalisch hat mich in diesem Jahr sehr oft Lord of the Lost begleitet – ich hab es sogar auf zwei ihrer Konzerte (einmal im Frühjahr und einmal im Herbst) geschafft. Sehr fasziniert hat mich Lana del Rey und ihr Album Ultraviolence hat mich durch den Sommer begleitet. Ebenso wie Whitesnacke, die ich wieder ausgegraben habe. In der zweiten Jahreshälfte habe ich Sister Sin, Hozier und The Constellations für mich entdeckt.

Mein Filmjahr:
Leider habe ich auch im Jahr 2014 kaum aktuelle Filme gesehen. Meine Highlights in diesem Jahr waren aber: Dallas Buyers Club, Dracula Untold, Lila, Lila und Disneys Die Eiskönigin.

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Frankfurter Buchmesse 2014

Das Wochenende ist vorbei uns somit auch die Frankfurter Buchmesse, die ich heuer nach 12 Jahren endlich mal wieder besuchen konnte. Aus verschiedenen Gründen hatte ich nur am Samstag Zeit. Das war aber besser als nichts und der Besuch hat sich sehr gelohnt – obwohl es extrem voll war, ich natürlich nicht alles sehen konnte und am Abend einfach nur platt war.

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Buchmesse-Highlights

IMG_0487Am Vormittag hat Tanja Kinkel am Stand von Droemer-Knaur ihren neuen historischen Roman „Manduchai“ vorgestellt. Ich habe in der Vergangenheit schon ein paar Romane von Tanja Kinkel gelesen und bin immer wieder von ihrer Recherche-Arbeit beeindruckt. „Manduchai“ spielt in Asien im 15. Jahrhundert und erzählt die Geschichte von Manduchai, der letzten Kriegerkönigin der Mongolen. Tanja Kinkel hat hauptsächlich von ihren Recherchearbeiten erzählt, zu der auch eine Reise in die Mongolai gehörte. Ein sehr interessantes Gespräch, das mir auch irgendwie Lust auf das Buch gemacht hat – obwohl asiatische Geschichte nicht so ganz mein Fall ist.

Etwa eine Stunde nach Tanja Kinkel schlug Sebastian Fitzek am Stand von Droemer-Knaur auf. Mir war schon bewusst, dass Fitzek recht große Menschenmengen anziehen wird, trotzdem war ich dann erstaunt, wie viele Menschen sich um den Messestand des Verlags drängten. Da hat es sich ausgezahlt gemacht, dass Fitzek in seinem früheren Leben mal beim Radio gearbeitet hat. Auch ohne ihn zu sehen, mochte man dem Interview folgen: Fitzek hat eine sehr angenehme Stimme und ist einfach unterhaltsam. Er hat einiges über sich und seine Arbeit als Schriftsteller erzählt und dann auch gleich seinen neuen Roman „Passagier 23“ vorgestellt, der Ende Oktober erscheinen wird. Ursprünglich habe ich ja noch mit dem Gedanken gespielt, mir ein Buch von ihm signieren zu lassen. Allerdings ist mir das dann angesichts der langen Schlange vergangen. Mir fehlt dann bei sowas einfach die Geduld und ich will ja so viel von der Messe mitbekommen wie möglich und nicht 2 Stunden bei einem Autor anstehen.

IMG_0501Gespannt war ich sehr auf Martin Walser, der am Nachmittag fürs ZDF auf dem „blauen Sofa“ interviewt wurde. Die Menschentraube war groß und ich bin immer noch ganz glücklich, ihn mal live erlebt zu haben. Walser ist für mich nicht nur ein (klassischer) Dichter, sondern auch Kritiker und Mahner. Einer, von dem man viel mitnimmt. Gleichzeitig ist er auch einfach nur unterhaltsam.

Gastland Finnland: Reise zum Land unter dem Nordlicht

Einen sehr überzeugenden Aufritt hat für mich auch das diesjährige Gastland Finnland hingelegt. Hat man den finnischen Pavillion, der als Eishöle gestaltet war, betreten, fühlte man sich unweigerlich in eine andere Welt versetzt. Alles war etwas ruhiger, gedämpfter, kühler und dunkler. Die Mumins, die natürlich allgegenwärtig waren, haben dem Ganzen dann noch etwas sehr märchenhaftes, traumhaftes verliehen. Mir hat die Pavillon-Gestaltung sehr gut gefallen und auch die Beiträge waren fast durchgehend interessant und haben einen guten Einblick in die Kulturgeschichte des Landes gegeben.

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Aufgefallen ist mir auch, dass diesmal auf der Buchmesse die Self-Publishing-Szene sehr im Vordergrund stand. Auf der Selfpublisher-Plattform hat ja unter anderem der Dienstleister Create Space kräftig die Werbetrommel gerührt und andere Anbieter wiederum haben Professionlisierung in Sachen Lektorat oder Marketing angeboten.

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Die besten Buchverfilmungen

„Die unendliche Geschichte“, „Das Schweigen der Lämmer“, „Harry Potter“, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“: Hinter all diesen Titeln verstecken sich erfolgreiche Romane, die dann zu meist ebenso erfolgreichen Filmen wurden. Ein Phänomen, das seit Jahrzehnten zu beobachten ist, denn ein Großteil der Filmemacher bedient sich tatsächlich am liebsten literarischer Vorlagen. Natürlich haben Buchverfilmungen auch immer (noch) mit Vorurteilen zu kämpfen. Wird doch oft befürchtet, dass die Buchvorlage verstümmelt wird. Es gibt wirklich sehr viele schlechte Buchverfilmungen und ich gehöre auch zu den Menschen, die sich so einen Film eher skeptisch ansehen. Manchmal wird die Verfilmung dem Buch aber mehr als gerecht oder übetrifft die Romanvorlage sogar. Solche Filme möchte ich euch nun vorstellen.

Der_Name_der_RoseDer Name der Rose
Der Historienthriller aus dem Jahr 1986 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Umberto Eco: Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Gehilfe, der Novize Adson von Melk, versuchen im Jahr 1327 in einer Benediktinerabtei eine unheimliche Mordserie aufzudecken. Kein einfaches Unterfangen, müssen sich William und Adson doch in einer von Aberglauben geprägten Welt auch gegen die Inquisition stellen. Ich habe den Film bestimmt vor mehr als 15 Jahren zum ersten Mal gesehen und war sehr von ihm begeistert. Der Film ist spannend, dramatisch und intelligent gemacht. Vor allem lebt er von seiner düsteren und unheimlichen Atmosphäre. Den Filmemachern ist es so wahnsinnig gut gelungen die Weltanschauung des Mittelalters zu transportieren. Auch die Starbesetzung (Sean Connery, Christian Slater) trägt natürlich zum Erfolg des Films bei. Das Buch habe ich erst Jahre später versucht zu lesen. Zweifelsohne ist das Buch genial und zu Recht ein Klassiker. Es ist aber auch sehr anspruchsvoll. Ich kam mit der Erzähltart nicht wirklich klar. Seitenweise werden da Glaubensfragen diskutiert und die vielen lateinischen Einschübe, die man dann hinten im Buch nachschlagen muss, machen die Lektüre auch nicht gerade einfacher. In diesem Fall greife ich lieber zum Film.

Interview-VampirInterview mit einem Vampir
Der Film aus dem Jahr 1994 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anne Rice. Auch hier habe ich zuerst den Film gesehen, der mich sofort gepackt hat. Mittlerweile zählt er zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Im Film trifft der Reporter Daniel Malloy in San Francisco auf den Vampir Louis. Dieser erzählt ihm nun seine Geschichte. Die eigentliche Filmhandlung setzt dann im Jahr 1791 in New Orleans ein. Louis ist ein junger Plantagenbesitzer, der Frau und Kind verloren hat. Aufgrund dessen führt er ein ausschweifendes Leben, ist depressiv und lebensmüde. Eines Tages wird der Vampir Lestat auf Louis aufmerksam und macht ihn zu seinem Gefährten. Für mich ist „Interview mit einem Vampir“ einer der besten Vampirfilme überhaupt. Grandios ist vor allem die düstere, melancholische und nachdenkliche Stimmung im Film und die Rollen sind einfach perfekt besetzt. Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Fan von Tom Cruise, aber wie er Lestat verkörpert ist großartig. Das Buch – das ja der Auftakt einer Reihe ist – hat mir hingegen überhaupt nicht gefallen. Auch hier kam ich nicht mit dem Schreibstil klar, der war mir viel zu altbacken und ausschweifend. Im Gegensatz zum Film schafft es das Buch auch nicht, diese melancholische Stimmung zu tranpsortieren. Auch vom Inhalt her weichen Buch und Film etwas voneinander ab. Mir hat die Umsetzung im Film tausendmal besser gefallen.

Baader-MeinhofDer Baader-Meinhof-Komplex
Dieser Film aus dem Jahr 2008  basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Stefan Aust und schildert die Geschichte und Aktionen der Terrorgruppe RAF während der 60er und 70er Jahre. Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Obwohl ein Sachbuch ist das Buch überhaupt nicht trocken und liest sich stellenweise wie ein Krimi. Der Journalist Aust hat wahnsinnig gut recherchiert und viele Gerichtsprotokolle, Aufzeichnungen und Briefe zusammengetragen. Zudem schreibt er einfach sehr fesselnd und bietet mit fundierter Sachkenntnis einen guten Einblick in die Geschichte der RAF. Als der Film rauskam, war ich zunächst etwas skeptisch. Ich habe nicht geglaubt, dass der Film dieses doch sehr komplexe Thema so detailliert und trotzdem unterhaltsam rüberbringen kann. Ich habe mich getäuscht. Der Film steht dem Buch wirklich in nichts nach. Und Moritz Bleibtreu als Andreas Baader ist einfach grandios.

Lila_LilaLila, Lila
Der Film aus dem Jahr 2009 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Martin Suter. Es geht um den schüchternen Kellner David, der sich in die Literaturstudentin Marie verliebt. Sie nimmt ihn aber gar nicht wirklich wahr. Das ändert sich, als er auf dem Flohmarkt einen alten Nachttisch erwirbt und im Schub das Manuskript eines Romans findet. David gibt sich als Autor des Romans aus und gibt ihn Marie zum lesen, weil er hofft, sie damit zu beeindrucken. Marie schickt das Manuskript aber heimlich an einen Verlag. Bald verstrickt sich David immer mehr in Lügen. Ich bin ja ein bekennender Fan von Martin Suter und „Lila, Lila“ liebe ich einfach. Normalerweise hat es da die Verfilmung automatisch schwer bei mir. Allerdings ist die filmische Umsetung hier sehr gelungen. Der Film bleibt sehr nah am Buch und man merkt einfach, dass man es hier mit einem Werk von Suter zu tun hat. Sein unverwechselbarer Stil ist auch noch im Film vorhanden. Außerdem hamornieren Daniel Brühl und Hannah Herzsprung gut miteinander und glänzen in ihren Rollen.

Herr-Der-RingeDer Herr der Ringe
Die Film-Trilogie aus den Jahren 2001, 2002 und 2003 basiert auf dem gleichnamigen Werk von J. R. R. Tolkien. Ich mag hin und wieder ein bisschen Fantasy, bin aber kein großer Fan dieses Genres. Die Bücher von Tolkien habe ich mehrmals versucht zu lesen – weil eben ganz viele Menschen in meinem Umfeld davon geschwärmt haben –  und bin immer wieder gescheitert. Die ganze Idee hinter der Geschichte finde ich großartig, aber ich habe es nie geschafft, in diese Welt einzutauchen bzw. mich voll und ganz auf dieses Buch einzulassen. Ich fand die Geschichte stellenweise auch immer viel zu langatmig und detailliert. Doch dann kamen die Filme und ich war hin und weg. Regisseur Peter Jackson hat mit diesen Filmen einen extrem guten Fantasy- Epos geschaffen. Die Rollen sind toll besetzt und der Film ist einfach wahnsinnig atmosphärisch, spannend, unterhaltsam und dramatisch. Die Detailtreue, die mich beim Buch noch so gestört hat, liebe ich beim Film umso mehr. Die Herr-der-Ringe-Filme sind keine Filme die ich ständig schauen kann, aber genau das Richtige für lange dunkle Winterabende.

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Mixetape: Gloomy Summer Night

Kinder der 80er und 90er können sich vielleicht noch daran erinnern, wie es war, stundenlang vor der Stereoanlage zu sitzen, um das perfekte Mixtape zusammenzustellen. Oft war das gar nicht so einfach, denn auf einer Musikkassette war nur Platz für knapp eine Stunde Musik. Es galt daher nicht nur, besondere Lieder zu suchen, sondern die Lieder mussten auch von der Länge her zusammen passen. Sonst konnte es passieren, dass ein Lied am Ende einer Kassettenseite abgeschnitten wurde oder noch zu viel Platz auf der Kassette war. Mittlerweile – in Zeiten von unendlich langen MP3-Listen auf dem Computer – ist diese kleine Kunst in Vergessenheit geraten. Zeit für eine neue Liebeserklärung an das Mixtape. In einer losen Serie stelle ich euch nun zu verschiedenen Themen meine persönlichen Mixtapes vor. Hören könnt ihr den Mix, wenn ihr auf den Tape-Titel unter dem Bild klickt.

1. A Summer Song – Chad and Jeremy
2. Chan Chan – Buena Vista Social Club
3. There is an end – The Greenhornes
4. Swing on down – Donavon Frankenreiter
5. Alacran y Pistolero – Chingon
6. (Sittin´on) the dock of the bay – Otis Redding
7. West Coast – Lana del Rey
8. Scar Tissue – Red Hot Chili Peppers
9. Make it with chu – Queens of the Stone Age
10. Savannah Moon – Jason Cruz and Howl
11. Ultraviolence – Lana del Rey
12. Who loves the sun – Velvet Underground
13. Summer´s almost gone – The Doors

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Liste der abgebrochenen Bücher

Der Mathematiker Jordan Ellenberg hat für das Wall Street Journal eine Liste mit Büchern zusammengestellt, die am häufigsten nicht zu Ende gelesen wurden. Hier kann man die Analyse nachlesen. Auf jeden Fall hat mich der Artikel dazu inspiriert, mal über die Bücher zu sprechen, die ich abgebrochen habe.

Welche Bücher habt ihr abgebrochen und aus welchem Grund? Wann brecht ihr Bücher ab? Ich persönlich habe in letzter Zeit gemerkt, dass ich, was das Thema „Bücher abbrechen“ betrifft, lockerer geworden bin. Bis vor ein paar Jahren habe ich so gut wie nie Bücher abgebrochen, weil ich mir dann irgendwie schlecht vorgekommen bin. Mittlerweile bin ich da etwas radikaler. Lesen kostet schließlich auch Zeit, soll eigentlich Spaß machen und einen schlechten Film würde man ja auch ausschalten. Wenn ich mich also bis zu einer gewissen Seitenzahl nur durch das Buch quälen muss und auch nicht zu erwarten ist, dass sich die Geschichte oder der Schreibstil noch ändern werden, wird das Buch abgebrochen.

Liste meiner abgebrochenen Bücher

Sarg_niemals_nieSarg niemals nie – Dan Wells
Bei diesem Buch dachte ich, es handelt sich um einen humorvollen Vampirroman, vielleicht sogar um eine Vampirsatire. Allerdings war das Buch anstatt witzig und humorvoll einfach nur albern. Der „Humor“ des Buches besteht vor allem aus schlechtem Slapstick, den ich nicht mal zum schmunzeln fand. Die Handlung machen hauptsächlich verwirrende, unsinnige Dialoge und Wiederholungen aus. Von Spannung keine Spur. Auch mit Vampiren hat die Geschichte im Grunde nicht wirklich viel zu tun. Mich hat die Geschichte und vor allem der Erzählstil überhaupt nicht überzeugen können. Nach ein bisschen mehr als der Hälfte war bei dem Buch für mich Schluss.

arschfahlArschfahl klebte der Mond am Himmel – Helge Schneider
Diesen Sammelband der Kommissar-Schneider-Romane hat mir mal eine ehemalige Kollegin ausgeliehen. Da ich die Helge-Schneider-Filme kenne, war mir schon klar, dass die Geschichten recht absurd sein werden. Allerdings waren mir die Erzählungen dann doch viel zu abgedreht. Die Geschichten sind einfach nur wild fabuliert und das ganze Buch ist fünf Nummern zu schräg, um noch lustig zu sein. Ich konnte das Buch einfach nicht weiterlesen.

EganDie Farbe der Erinnerung – Jennifer Egan
Die Geschichte klang interessasnt: Phoebe hat von ihrer großen Schwester Faith nur noch ein paar Postkaren. Faith, ein lebenshungriges Flower-Power-Mädchen, das alles mitgenommen hat, was die damalige Zeit bot, kam 1970 in Italien ums Leben. Keiner weiß, ob es ein Unfall war, Selbstmord oder gar Mord. Um die Warheit herauszufinden, begibt sich Phoebe auf eine Reise nach Europa – auf den Spuren ihrer Schwester. Leider kam die Geschichte aber überhaupt nicht in die Gänge. Seite um Seite habe ich darauf gewartet, dass sich die Geschichte entwickelt. Als Phoebe sich nach fast 200 Seiten immer noch nicht auf die Reise begeben hat und sich immer noch alles im Kreis gedreht hat, habe ich die Lust an dem Buch verloren.

BogenschützinDie Bogenschützin – Martha Sophie Marcus
„Die Bogenschüztin“ ist ein historischer Roman, der zur Zeit der Hussitenkriege spielt. Aus diesem Grund und weil ich ja historische Romane generell mag, wollte ich das Buch damals unbedingt haben. Allerdings kam ich dann überhaupt nicht in die Geschichte rein. Der Schreibstil war eigentlich ganz in Ordnung, aber die Geschichte und die Figuren haben mich sehr genervt. Mir hat sich überhaupt nicht erschlossen, wohin mich die Geschichte führen soll. Aufhänger des Romans ist ja die Suche der Hautpfigur Hedwig nach ihren Brüdern und dem Sohn ihres Ziehvaters. Diese findet Hedwig aber schon ziemlich zu Beginn der Geschichte. Mit den Hussitenkriegen hatte der Roman auch nicht wirklich etwas zu tun. Die historischen Fakten, die in die Geschichte eingestreut wurden, waren langweilig aufbereitet. Und auch wenn ich starke Frauen durchaus mag, ist mir Hedwig mit ihrem amazonenhaften Getue gewaltig auf die Nerven gegangen.

BernsteinDie Mücke im Bernstein – E. G. Stahl
„Die Mücke im Bernstein“ ist vor allem die Geschichte eines faszinierenden Landes: Ostpreußen. Else Stahl erzählt diese Geschichte, indem sie über 740 Jahre hinweg die Schicksale verschiedener Familien in Ostpreußen schildert, die irgendwie alle miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt des Epos steht ein Schmuckstück, ein Bernsteintropfen, in dem eine Mücke eingeschlossen ist, und das von Generation zu Generation weitervererbt wird. Da ich Familiensagas liebe und mich auch die Geschichte Ostpreußens interessiert, wirkte der Roman nahezu perfekt für mich. Leider habe ich jetzt nach mehreren Anläufen eingesehen, dass das Buch nichts für mich ist. Zum einen musste ich mich erstmal schon an den Schreibstil gewöhnen, kommt der doch ein bisschen altbacken daher. Das war aber gar nicht mal das Problem und auch den Prolog fand ich wirklich toll. Schon ab dem ersten Kapitel zieht sich die Geschichte aber dahin wie Kaugummi und wird immer zäher. Stahl schreibt sehr umständlich und ausholend. Das hat dazu geführt, dass mich die Handlung irgendwann überhaupt nicht mehr interessiert hat und ich ihr gar nicht mehr folgen wollte. Anstrengend fand ich in diesem Fall auch die Zeitsprünge. Oft liegen zwischen den Kapiteln 100 Jahre. Man musste so häufig überlegen, bis man die Verknüpfungen nachvollziehen konnte.

Billion_Dollar

Eine Billion Dollar – Andreas Eschbach
Das Thema, das in Eschbachs Roman „Eine Billion Dollar“ behandelt wird, finde ich nach wie vor interessant: Eines Tages macht der arme Schlucker John Salvatore Fontanelli eine unglaubliche Erbschaft: ein Vermögen, das ein entfernter Vorfahr im 16. Jahrhundert hinterlassen hat und das durch Zins und Zinseszins in fast 500 Jahren auf über eine Billion Dollar angewachsen ist. Angelegt wurde das Geld aufgrund einer Prophezeiung, denn der Erbe soll einst der Menschheit die verlorene Zukunft wiedergeben. John tritt das Erbe an, doch bald weiß er nicht mehr, wem er trauen kann. Ein Roman also über die Macht des Geldes – eigentlich eine wirklich erfrischende, großartige Idee, denn wer hat sich nicht schon selbst gefragt, wie er mit Reichtum umgehen würde? Allerdings hab ich mir aufgrund des Klappentextes irgendwie etwas anderes erwartet, vielleicht mehr Spannung. Nach knapp 200 Seiten habe ich beschlossen, den Roman nicht mehr weiterzulesen. Mir war das zu viel Rechnungswesen und Betriebswirtschaft. Natürlich gehört es bei so einem Roman dazu, auch etwas über die globale Wirtschafts- und Finanzpolitik zu erfahren und ich finde so etwas auch durchaus interessant. Eschbach verliert sich aber in diesen Exkursionen und referiert endlos über wirtschafts- und finanzpolitische Verflechtungen. Gute Idee, aber die Umsetzung war nicht mein Fall.

MondfeuerMondfeuer – Donna Gillespie
„Mondfeuer“ ist ein Epochenroman, der den Leser in das Jahr 100 nach Christus entführt. Es geht um Auriane, Tochter eines Chattenfürsten, der bei der Geburt vorhergesagt wird, dass sie eines Tages ihren Stamm anführen wird, aber auch schwere Leiden ertragen muss. Parallel dazu erzählt Gillespie die Geschichte eines römischen Patriziers, der sich in Auriane verliebt, als sie nach Kämpfen gegen die römische Übermacht in Germanien gefangen genommen und nach Rom verschleppt wird. Dort muss sie im Colosseum als Gladiatorin um ihr Leben kämpfen. Die Geschichte klang vielversprechend und da ich eigentlich noch nie einen historischen Roman gelesen habe, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt, war ich sehr neugierig. Allerdings konnte mich der Roman nicht packen. Auch nach über 100 Seiten war ich noch nicht in der Geschichte drin und musste mich fast zum weiterlesen zwingen. Viele Stellen sind sehr langatmig und Gillespie verliert sich in Details. Gerade ihre Abhandlungen über das germanische Priestertum am Anfang des Romans waren extrem ausufernd und umständlich. Kaum wurde die Handlung interessant ist sie auch schon wieder abgeflacht. Zu gute halten möchte ich dem Roman, dass er tatsächlich sehr gut recherchiert ist. Auch wie Gillespie die römische Gedankenwelt der germanischen gegenüberstellt und die Sitten, die Religion und Bräuche schildert, ist wirklich gelungen und interessant. Trotzdem hat das nicht gereicht, um mich an das Buch zu fesseln. Da das Buch dann doch 1200 Seiten hat und es sogar noch zwei Fortsetzungsromane gibt, wollte ich mich da nicht weiter durch quälen.

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5 Bücher für heiße Sommertage

Für jede Situation das richtige Buch: In meiner Serie „Fünf Bücher für…“ stelle ich euch passende Bücher für spezielle Ereignisse, Tage oder Lebenlsagen vor.

Diesmal: Fünf Bücher für heiße Sommertage

TschickTschick von Wolfgang Herrndorf
Sommer, Hitze, endlose Straßen, Freiheit: an heißen Sommertagen lese ich besonders gerne Romane, in denen sich die Figuren auf einen Roadtrip begeben. Und genau das passiert in „Tschick“: Maik Klinkgenbeg, Kind wohlhabender Eltern, wird die Sommerferien wohl alleine in der heimischen Villa verbringen müssen. Der Vater ist auf Geschäftsreise und die Mutter in der Entzugsklinik. Doch dann taucht sein Mitschülder Tschick auf. Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichtaschow und gehört einer ganz anderen sozialen Schicht als Maik an. Im Gepäck hat er ein geklautes Auto und damit beginnt für die zwei Teenager eine Reise durch die sommerglühende deutsche Provinz. Diese Buch war für mich nicht nur das perfekte Sommerbuch, sondern eines meiner Jahreshighlights. Tschick ist ein ganz tolles Buch über das Erwachsenwerden. Eine vielschichtige Geschichte mit einem Hauch von Wehmut.

Ein_Sommer_wie_dieserEin Sommer wie dieser von Annette Hohberg
Ein Sommerflirt, eine Reise nach Italien: „Ein Sommer wie dieser“ ist ein wahnsinnig toller Sommer-Liebes-Roman, der mich extrem begeistert hat. Und das, obwohl ich normalerweise nicht so der Liebesroman-Typ bin. Die Geschichte handelt von Klara und Stephan. Anfang der 80er Jahre lernen sich beide, damals noch junge Studenten, im Urlaub in Italien kennen und verlieben sich ineinander. Sie verbringen nur wenige, aber intensive Tage miteinander und werden durch eine unglückliche Verkettung von Umständen voneinander getrennt. Über 20 Jahre später begegnen sich die beiden durch einen Zufall wieder. Stephan ist mittlerweile Literaturprofessor und hat seine Affären. Klara ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Dieses Zusammentreffen stellt nun alles, was bisher im Leben der beiden passiert ist, in Frage und bringt alles durcheinander. Denn Klara und Stephan haben sich nie vergessen und auch ihre Liebe scheint nicht vergangen zu sein. Was dieses Buch vor allem ausmacht und was mich von Anfang an an das Buch gefesselt hat, ist der Schreibstil. Hohberg schreibt sehr gefühlvoll, auch ein wenig poetisch und exquisit, aber trotzdem angenehm. Das ganze Buch besteht im Endeffekt nur aus wunderschönen, immer treffenden Formulierungen, die alle sehr tief gehen und nie etwas Schmalziges an sich haben. Auf der emotionalen Ebene hat mich der Roman auf jeden Fall gepackt. Ich habe gelacht, geweint, gebangt und hatte mehrmals Gänsehaut.

Nächsten_SommerNächsten Sommer von Edgar Rai
Ein Haus am Meer, Sommer, Freiheit, Liebe: Auch in „Nächsten Sommer“ steht ein Roadtrip im Mittelpunkt der Handlung, der wahnsinnig gut das Sommergefühl transportiert. Diesmal führt der Roadtrip nach Südfrankreich. Marc hat von seinem Onkel ein Haus am Meer überschrieben bekommen, das er eigentlich gar nicht will. Doch ehe er sich versieht, sitzt er mit seinen Freunden in einem VW-Bus und fährt gen Süden. Ganz nebenbei geht es natürlich um die Frage: Was ist das Leben? Ein tolles Buch, das beweist, dass man Geschichten, in denen es um den Sinn des Lebens geht, auch anders umsetzten kann. Die Geschichte ist leicht und jung, dabei aber auch tiefgründig. Der Schreibstil ist flüssig und hat zum Teil etwas sehr poetisches, ohne aber aufgesetzt oder altbacken zu wirken.

Papaya_BenedictDer Duft der grünen Papaya von Sarah Benedict (Eric Walz)
Generationenübergreifende Familiensaga vor traumhafter Südsee-Kulisse: Fans von historischen Romanen oder Familiengeschichten kann ich „Der Duft der grünen Papaya“ als Sommerlektüre ans Herz legen. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart dreht sich die Geschichte um Evelyn Braams, die vor den Problemen in ihrem Leben fliehen will und in einer Nacht- und Nebelaktion alles in ihrer Heimat Frankfurt zurücklässt und nach Samoa fliegt. Dort quartiert sie sich bei zwei alten Frauen auf einer Papaya-Plantage ein und freundet sich schnell mit der über 90 Jahre alten Ili an. Ili hat aber auch ein Problem, sie bangt um ihren Besitz. Denn ihre Cousine Moana, mit der sie auf der Papaya-Plantage lebt, will die Plantage an einen amerikanischen Investor verkaufen. Aus Rache, denn die beiden alten Frauen stehen seit beinahe 80 Jahren auf Kriegsfuß miteinander. Der zweite Handlungsstrang beginnt im Jahr 1914, als Samoa noch eine deutsche Kolonie war, und erzählt sozusagen, worin der Hass, der die beiden alten Frauen verbindet, begründet liegt. Der Schreibstil ist ruhig, aber durchaus eindringlich und gefühlvoll. Vor allem die Landschaft wird so detailliert und farbig beschrieben, dass man richtig das Meer rauschen hört und die Südseesonne auf seiner Haut spürt.  Der Leser bekommt nicht nur einen Familien- bzw. einen Liebesroman geboten, sondern bekommt auch Einblicke in die deutsche Kolonialzeit auf Samoa. Außerdem erfährt man einiges über die heutige Situation auf der Insel. Unter anderem schneidet der Autor die Probleme der Plantagenbesitzer an, die mit ihren Produkten kaum mehr auf dem Weltmarkt mithalten können oder auch die Situation der Jugendlichen auf Samoa, die sich durch ihre traditionelle Kultur individuell eingeengt fühlen. Zum Ende hin gab es dann vielleicht ein paar zu viele Fügungen, am Schluss war ich aber sehr bewegt und musste sogar ein paar Tränchen verdrücken.

Vorübergehend_totSookie-Stakhouse-Reihe von Charlaine Harris
Vampire, die in heißen Sommernächten ihr Unwesen treiben, Erotik und Südstaaten-Flair: Zugegeben, der fünfte Buchvorschlag ist kein Buch sondern gleich eine ganze Reihe mit 13 Bänden (stellvertretend ist hier der erste Band „Vorübergehend tot“ zu sehen). Allerdings ist die Vampir-Reihe um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stakhouse für mich die perfekte Lektüre für heiße Sommertage und -nächte. Vom ersten Buch an wird man in die Reihe hineingezogen und regelrecht süchtig nach ihr. Harris gelingt es bis zum letzten Band ihr Niveau zu halten und findet auch noch einen runden und passenden Abschluss. Was die Reihe so besonders macht sind die einzigartigen Charaktere, der Sprachwitz und der böse und schwarze Humor. Über allem hängt dieser ganz spezielle Südstaaten-Flair.

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Blick in meine Bücherregale

Anka von Ankas Geblubber zeigt momentan auf ihrem Blog Bücherregale von Autoren und hat auch andere Blogger dazu aufgerufen, ihre Sammlung zu zeigen. Da mir die Idee super gefällt und ich gerne in die Bücherregale anderer Menschen schaue, mache ich doch bei dieser Aktion jetzt einfach auch mal mit.

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1. Welches Buch steht am längsten in deinem Bücherregal?
„Ich bin der kleine Hase“ von Richard Scarry. Das war nämlich mein allererstes Buch und begleitet mich sozusagen schon fast mein ganzes Leben lang.

2. Welches Buch ist erst vor Kurzem in dein Bücherregal eingezogen?
„Das Haus der vergessenen Träume“ von Katherine Webb und „Der Duft der grünen Papaya“ von Sarah Benedict habe ich erst vor ein paar Tagen auf einem Mängelexemplar-Tisch entdeckt und natürlich mitnehmen müssen.

3. Welches Buch aus deinem Bücherregal hast du bereits mehrfach gelesen?
Mehrmals gelesen habe ich eigentlich nur einige meiner Kinderbücher, zum Beispiel alle Bücher von Otfried Preußler, Erich Kästner oder die „Unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

4. Welches Buch aus deinem Bücherregal hast du noch nicht gelesen?
In meinem Regal stehen rund 50 ungelesene Bücher, die jetzt alle aufzulisten würde wohl den Rahmen sprengen ;).

IMG_07595. Welche/n Autor/in trifft man in deinem Bücherregal am häufigsten an?
Ich habe viele Bücher von Martin Suter, Charlotte Link, Sebastian Fitzek, Frank Goosen und Nick Hornby. Und so ziemlich alles von Goethe und Schiller.

6. Welche Ordnung herrscht in deinem Bücherregal? (sortierst du nach Autoren, Farben, Genre, … oder gar nicht?)
Ich sortiere nach Genre und dann nach Autor. Reihen sollten natürlich auch in der richtigen Reihenfolge zusammenstehen.

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7. Welches Buch aus deinem Bücherregal hat dich enttäuscht?
Bücher, die mich sehr enttäuscht bzw. mir nicht gefallen haben, sortiere ich eigentlich sofort aus. Im Moment steht noch „Muh!“ von David Safier bei mir im Regal. Das hat mich sehr enttäuscht. Hab da einiges erwartet, weil ich die Bücher von Safier eigentlich sehr mag. Aber „Muh!“ war dann überhaupt nicht mein Fall.

8. Welches Buch aus deinem Bücherregal hast du bereits mehrfach empfohlen?
Die drei Bücher, die ich schon am öftesten empfohlen habe und auch immer wieder empfehlen werde sind: „Die andere Seite“ von Alfred Kubin, „Kleiner Mann, was nun?“ von Hans Fallada und „Alle Menschen sind sterblich“ von Simone de Beauvoir. Leuten, die gerne historische Romane lesen, habe ich schon ganz oft die Sturmzeit-Trilogie von Charlotte Link und „Das Haus zur besonderen Verwendung“ von John Boyne empfohlen. Ansonsten empfehle ich auch immer wieder gerne so ziemlich alles von Martin Suter.

IMG_07629. Welches Buch ist ein besonderer Schatz in deinem Bücherregal und warum?
Meine alten Kinderbücher sind für mich kleine Schätze, weil sie einfach mit ganz vielen Erinnerungen verbunden sind. Dann liebe ich noch mein großes Diogenes-Märchenbuch und die ledergebundene Ausgabe des „Ewigen Brunnen“ (das ist sozusagen DIE Gedichtsammlung schlechthin. Das Buch enthält eine Sammlung deutscher Gedichte aus acht Jahrhunderten). Stolz bin ich auch auf meine Schiller-Sammlung. Ich bin ja bekennender Schiller-Fan und hab über die Jahre hinweg schon einige Bücher von und über ihn zusammengetragen.

10. Welches Buch steht nicht in deinem Bücherregal, weil du es gerade liest?
Momentan lese ich „Schilf“ von Juli Zeh.

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Zauber vergangener Zeiten: Historische Jugendbücher

Caesar in Rom treffen, Abenteuer in der Steinzeit erleben und die Hexenprozesse im Mittelalter hautnah miterleben: nirgends wird Geschichte so lebendig wie in guten historischen Romanen. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es sehr viele unterhaltsame und gut recherchierte historische Bücher. Einige möchte ich euch hier vorstellen und empfehlen. Die meisten Bücher sind schon ein wenig älter – da noch aus meiner eigenen Jugend. Nichts desto trotz sind sie auch heute noch toll. Spannend, traurig, authentisch, mit starken Charakteren und gut recherchiert. So macht Geschichte Spaß.

  • Harald Parigger – Der schwarze Mönch
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    In „Der schwarze Mönch“ widmet sich Parigger einem äußerst interessanten Thema: Dem Kinderkreuzzug im Jahr 1212. Held seiner Geschichte ist der 15 Jahre alte Gerhard aus Speyer, der von einem besseren Leben träumt. Als ein geheimnisvoller, schwarz gekleideter Mönch in der Stadt auftaucht, Jugendliche um sich schart und ihnen eine Zukunft ohne Unterdrückung und Hunger verspricht, schließt sich auch Gerhard dem Wanderprediger an. Auf der Reise zeigt der Mönch jedoch sein wahres Gesicht und die Jugendlichen erfahren, dass sie auf einen Kreuzzug nach Jerusalem geschickt werden sollen. Die Geschichte, die auf historischen Tatsachen beruht, wird sehr authentisch und spannend erzählt. Man fiebert regelrecht mit Gerhard und den anderen Jugendlichen mit. Parigger hat übrigens noch einige andere tolle historische Jugendbücher, die im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit spielen, geschrieben. Empfehlen kann ich an dieser Stelle noch „Die Hexe von Zeil“ (Thema: Inquisition im 17. Jahrhundert) und „Im Schatten des schwarzen Todes“ (Thema: Ausbruch der Pest in Europa im Jahr 1348).
  • Tilman Röhrig – In 300 Jahren vielleicht
    In_300_Jahren_vielleichtMitten in den Wirren des 30-jährigen Krieges, im Jahr 1641,  spielt Röhrigs dramatisches Werk „In 300 Jahren vielleicht“. Das Leben der Menschen in Eggenbusch besteht aus Hunger, Elend und der Angst vor plündernden und mordende Soldatenhorden. Nur die wenigstens können sich noch an die Zeit vor dem Krieg erinnern. Auch der 15 Jahre alte Jockel hat nie erlebt, wie es ist, in Friedenszeiten zu leben. Nur seine Liebe zu Katharina und seine Hoffnung, dass irgendwann – in 300 Jahren vielleicht – der Krieg vorbei ist, machen ihm das Leben erträglich. Mich hat der Roman damals sehr bewegt und nachdenklich gestimmt: Wie dankbar sollte man sein, in einer Zeit wie heute zu leben.
  • Rainer M. Schröder – Das Geheimnis der weißen Mönche
    weiße_MöncheViel Spannung, Abenteuer und Dramatik verspricht  „Das Geheimnis der weißen Mönche“ von Rainer M. Schröder. Hauptthema des Romans ist die Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert. Held der Geschichte ist Jakob Itllmann, der seinen todkranken Bruder Anselm in ein Kloster bringt. Doch in dem Kloster gehen seltsame Dinge vor sich und Jakob schwebt plötzlich in großer Gefahr. Denn einige der Mönche wollen unbedingt wissen, was ihm der sterbende Anselm anvertraut hat. Allerdings hat Jakob keine Ahnung, nach welcher Information die Mönche suchen. Ich habe das Buch damals regelrecht verschlungen. Nicht nur, dass der Roman historisch interessant ist, er ist so spannend, dass man es fast schon mit einem Thriller zu tun hat. Und eine gute Portion Herzschmerz gab es auch.
  • Ingeborg Engelhardt – Hexen in der Stadt
    Hexen_StadtEbenfalls der Inquisition widmet sich Engelhardts Büchlein „Hexen in der Stadt“. Das Buch ist vielleicht aus heutiger Sicht ein wenig schwerfälliger zu lesen, da es bereits in den 1970er Jahren geschrieben worden ist. Nichts desto trotz möchte ich das Buch hier vorstellen, weil Engelhardt wahnsinnig gut recherchiert hat und die Ereignisse zu jener Zeit sehr realistisch, detailgetreu und mitreißend schildert. Die Geschichte spielt in Bamberg. Während des 30-jährigen Krieges wird die Stadt Schauplatz einer Hexenverfolgung. Eine kleine Gruppe versucht Widerstand zu leisten, kann aber nichts ausrichten. Erst nach vielen Jahren werden die Prozesse plötzlich eingestellt. Die Gründe liegen im dunklen. Das Besondere an dem Roman: Engelhardt hat echte Prozessakten aus der damaligen Zeit in die Geschichte mit eingebaut, was den Roman sehr authentisch und besonders dramatisch macht, da es diese Personen ja wirklich gegeben hat.
  • Gabriele Beyerlein – Die Maske im See
    Maske_im_SeeGanz weit zurück in die Geschichte der Menschheit führt uns Beyerleins Werk „Die Maske im See“. Der historische Jugendroman spielt nämlich in der frühen Eisenzeit. Schon allein diese Tatsache hat den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Denn Gechichten, die einen solch guten Einblick in eine Zeit, die so weit zurück liegt geben, sind selten. Noch dazu ist die Geschichte, die Beyerlein erzählt, äußerst spannend und unterhaltsam. Die Geschichte spielt auf dem Gut eines Salzbergwerk-Besitzers. Auf diesem Gut scheint ein Fluch zu liegen: Die Frau des Herrn stirbt, die Salzkarawane, die auf dem Weg in den Süden ist, bleibt verschollen und auch der Bergherr selbst kehrt von der Suche nach der Karawane nicht zurück. Sein Neffe Diviciacus will zusammen mit dem Salzträgersohn Addedus und dem etruskischen Mädchen Larthia herausfinden, was da los ist. Sie vermuten, dass alles mit einer Maske zusammenhängt, die der Bergherr von einem Verbündetem geschenkt bekommen hat. Gabriele Beyerlein hat übrigens sehr viele historiche Jugendbücher geschrieben und viele davon spielen in der vor- und frühgeschichtlichen Zeit.
  • Josef Carl Grund – Geiseln für Caesar
    Geiseln_CaesarJosef Carl Grund ist ebenfalls ein Autor, der zahlreiche historische Jugendbücher veröffentlicht hat. Hauptsächlich spielen seine Geschichten in der Antike, er hat sich aber auch vor- und frühgeschichtlichen Zeiten gewidmet. Stellvertretend möchte ich hier den Roman „Geiseln für Caesar“ vorstellen: Im Jahr 52 v. Chr. hat sich Caesar die Herrschaft über Länder rund um das Mittelmeer bis nach Gallien erkämpft. Um sich die Loyalität der Unterworfenen zu sichern, lässt Caesar Kinder adeliger Familien aus diesen Ländern als Geiseln nach Rom bringen. Auch der 16 Jahre alte Cyran aus Gallien ist einer dieser Geiseln, ebenso wie Herat und Tanit, zwei Mädchen aus Ägypten. Cyran und Herat verlieben sich ineinander und schmieden Fluchtpläne. „Geiseln für Caesar“ ist ein tolles Buch, das ein lebendigs Bild vom alten Rom vermittelt. Weitere gute Bücher von Grund, die ich gelesen habe, sind: „Die Höhle über dem Fluss“ (spielt in der Altsteinzeit) und „Rette dich Pharao“ (spielt im alten Ägypten).
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Jahresrückblick 2013

„Das neue Jahr sieht mich freundlich an, und ich lasse das alte mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir.“ (Johann Wolfgang von Goethe) – In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein  glückliches und erfolgreiches Jahr 2014. Hier folgt nun mein Bücherjahresrückblick mit einem kleinen Einblick in mein Musik- und Filmjahr.

IMG_0560Gelesen habe ich in diesem Jahr 59 Bücher. Für mich ein sehr guter Schnitt und auch eine kleine Steigerung zum Vorjahr. Generell war mein Bücherjahr ziemlich positiv, denn ich habe erstaunlich viele gute Bücher gelesen und mehr Bücher als sonst mit fünf Sternen bewerten. Es gab zwar auch ein paar Enttäuschungen, aber richtige Flops (also Bücher, denen ich nur einen Stern gegeben konnte) waren nicht dabei.

Meine Highlights:

  • Timur Vermes – Er ist wieder da
  • Frank Goosen – So viel Zeit
  • Berni Mayer – Mandels Büro
  • Berni Mayer – Black Mandel
  • Benedict Wells – Becks letzter Sommer
  • Theresa Révay – Die weißen Lichter von Paris und Der Himmel über den Linden
  • Kerstin Gier – Liebe geht durch alle Zeiten 1 bis 3
  • Gilles Leroy – Alabama Song
  • Martin Suter – Lila, Lila
  • Martin Suter – Ein perfekter Freund
  • Karin Engel – Die Kaffeeprinzessin und Das Erbe der Kaffeeprinzessin
  • Rita Falk – Winterkartoffelknödel
  • Rita Falk – Dampfnudelblues
  • Isabel Beto – Die Bucht des grünen Mondes
  • Jennifer Donnelly – Die Teerose
  • John Boyne – Das Haus zur besonderen Verwendung
  • Linda Holeman – Smaragdvogel

Meine Enttäuschungen:

  • Steve Tesich – Ein letzter Sommer
  • Nick Hornby – High Fidelity
  • Guillaume Musso – Nachricht von dir

Festegstellt habe ich in diesem Jahr, dass ab und zu ein bisschen Jugendfantasy nicht schaden kann. Die Liebe-geht-durch-alle-Zeiten-Trilogie von Kerstin Gier hat mir auf jeden Fall so gut gefallen, dass sie zu meinen Jahreshighlight zählt. Und auch die Chroniken der Unterwelt von Cassandra Clare, die ich zum Jahresende hin angefangen habe, gefallen mir bislang sehr gut. Trotzdem hab ich wieder mal festgestellt, dass mein liebstes Genre einfach der historische Roman ist.

Eine meiner besten Autoren-Neuentdeckungen in diesem Jahr ist Berni Mayer. Seine Mandel-Krimis haben mich einfach überzeugt. Und Martin Suter hat jetzt definitiv mein Leserherz erobert.

Ausblick:

  • In diesem Jahr freue ich mich ganz besonders auf den letzten Teil der Sookie-Stakhouse-Reihe, der im März erscheinen soll und im April erscheint der neue Mandel-Krimi von Berni Mayer.
  • Ansonsten habe ich mir lesetechnisch dieses Jahr gar nichts großes vorgenommen. Ich hoffe einfach nur, dass ich wieder genauso viele gute Bücher erwische, wie in diesem Jahr.

Mein musikalisches Jahr:
Neu entdeckt hab ich in diesem Jahr The Fright, deren gleichnamiges Album vor allem in der ersten Jahreshälfte bei mir rauf und runter lief. Ansonsten hab ich diese Jahr viel The Cult, Lords of the new Church, Eva Cassidy, Lifehouse und natürlich The 69 eyes gehört. Begeisert hat mich das Album The Willy DeVille Acoustic Trio live in Berlin.

Mein Filmjahr:
Leider war ich auch im Jahr 2013 kaum im Kino und generell hab ich recht wenig neue Filme geschaut. Eines meiner Film-Jahreshighlights ist für mich allerdings Django Unchained. Auch die Verfilmung von Dampfnudelblues hat mich mehr als überzeugt. Etwas verspätet habe ich Der Hobbit: Eine unerwartete Reise gesehen und auch diesen Film kann ich empfehlen.

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