Serientipp: Warum mich True Blood in den Bann gezogen hat

Bill zu Sookie:  „From the very first moment that we met, you reminded me of what it was like to have my human heart. The problem was, it was only a memory. All I had was my darkness to give you in return.“

Zunächst einmal muss ich erwähnen: Ich bin kein Serienjunkie. Es gibt schon eine handvoll Serien, die mir gefallen, aber in der Regel bin ich nur schwer zu begeistern. Das gilt für TV-Serien und noch mehr für Buchreihen. Es gibt aber eine Serie, die mich regelrecht süchtig gemacht hat und mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat: True Blood bzw. die Sookie-Stakhouse-Reihe von Charlaine Harris. Mittlerweile sind sowohl Buch- als auch TV-Serie abgeschlossen. Der richtige Zeitpunkt, um euch die Serie vorzustellen.

Um was geht´s?
Im Mittelpunkt der Serie steht Sookie Stackhouse, die in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Louisiana als Kellnerin jobt. Sookie besitzt eine Fähigkeit, die sie als Fluch empfindet: Sie kann Gedanken lesen. Doch damit nicht genug: In Louisiana gibt es auch Vampire. Seit vor vier Jahren nämlich in Japan das Blutzersatzmittel „True Blood“ erfunden wurde, sind Vampire nicht mehr gezwungen Menschen zu jagen und wagen es nun, an die Öffentlichkeit zu gehen, um (friedlich) neben den Menschen zu leben. Als mit Bill der erste Vampir in Sookies Heimatort auftaucht, wird sie in eine Welt des Übernatürlich hineingezogen. Roter Faden der Serie ist stets die Dreiecksliebesgeschichte zwischen Sookie und den Vampiren Bill und Eric.

IMG_2340Die Buchreihe:
Es gibt viele Gründe, warum mich diese Buchreihe von Anfang an überzeugt hat: da ist die außergewöhnliche, spannende und zudem auch noch intelligent gemachte Geschichte, einzigartige Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen, der Sprachwitz und vor allem der böse und schwarze Humor. Über allem hängt dieser ganz spezielle Südstaaten-Flair – heiß und dampfig. Mit Erotik wird natürlich auch nicht gespart. Toll fand ich es, dass es Harris gelungen ist, ihre Figuren im Laufe der Geschichte weiterzuentwickeln. Vor allem Sookie wird mit der Zeit refkletierter und erwachsener. Am Ende gelingt ihr ein runder, passender Abschluss, ohne die Geschichte tot zu schreiben.
Es hat mir unglaublich Spaß gemacht, Sookie, Bill und Eric durch ihre Abenteuer zu begleiten. Ich hab mit ihnen gelitten, gebangt und gelacht. Sehr beeindruckend fand ich auch, dass die Reihe eben nicht nur großartige, pure Unterhaltung ist, sondern unterschwellig auch Bezug auf Fanatismus und seine Folgen nimmt und eben zeigt, wie es ist, wenn sich Randgruppen in der Gesellschaft etablieren wollen.
(Die Sookie-Stackhouse-Reihe besteht aus 13 Bänden und ist mittlerweile abgeschlossen.)

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Die TV-Serie:
Von 2008 bis 2014 hat Alan Ball die Buchreihe von Charlaien Harris mit dem Titel „True Blood“ in 7 Staffeln verfilmt. Die erste Staffel hält sich noch ziemlich exakt an das erste Buch. Doch dann weicht die  TV-Serie von Staffel zu Staffel immer mehr von der Buchreihe ab, entwickelt ihre eigene Handlung und läuft auch auf ein eigenes Ende hinaus. Das ist in diesem Fall aber nicht verkehrt und war zum Teil auch notwendig. Es gibt auch Figuren, die in der Buchreihe gar nicht existierten. Andere Figuren, die im Buch nur am Rande vorkommen, bekommen in der TV-Serie eine größere Rolle. Trotz der Veränderungen bleibt aber die Grundgeschichte erhalten und auch der böse, schwarze Humor darf in der TV-Serie nicht fehlen.
Ich fand die TV-Serie etwas härter, morbider und auch derber als die Buchreihe: Wenn Vampire sterben, zerfallen sie zu blutigen Haufen. Generell fließt sehr viel Blut. Erotik wird nicht zart angedeutet und ist oft auch nicht romantisch. Hier geht es schon gleich richtig zur Sache. Das alles jedoch gepaart mit diesem speziellem Humor, diesen trockenen Sprüchen und den einzigartigen Charakteren ist einfach großartig. Noch viel mehr als in der Buchreihe wird in der Serie übrigens das Problem von Randgruppen aufgezeigt, die sich in der Gesellschaft etablieren wollen bzw. was Fanatismus anrichten kann. Es gibt auch starke Parallelen zum Umgang mit der schwarzen Bevölkerung in den konservativen Südstaaten der USA. Auf jeden Fall eine tolle, intelligent gemachte, außergewöhnliche Serie mit einem unerwarteten, aber trotzdem schönen Ende.
Sofern möglich, sollte man sich die TV-Serie übrigens unbedingt in englischer Sprache ansehen. Der Witz kommt so viel besser rüber und viele Figuren sprechen eben auch den Südstaaten-Slang – was in großen Teilen zur Atmosphäre der Serie beiträgt.

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