Lesetipp: Das Lied der Hoffnung von Linda Holeman

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Inhalt:
Im Frühjahr 1861 geschieht in der Geschichte Russland etwas beinahe unglaubliches: Zar Alexander II. hebt die Leibeigenschaft auf. Er reagiert damit auf jahrzehntelange Unruhen und Aufstände im Land. Das neue Gesetz verhilft den unterdrückten Bauern aber nicht nur zur Freiheit, sondern bringt auch viele Probleme. Denn Russland ist verarmt und viele ehemalige Leibeigene wissen gar nicht, wohin sie gehen sollen oder woher sie Geld nehmen sollen, um sich eigenes Land zu kaufen. Und natürlich bekommt auch der Adel die Veränderungen zu spüren. In diese Zeit des Umbruchs und des Aufruhrs hat Linda Holeman ihren Roman „Das Lied der Hoffnung“ angesiedelt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Gräfin Antonina, deren Welt zerbricht, als ihr kleiner Sohn Mischa von einer Kosakenbande entführt wird. Ihr Mann wird bei dem Überfall verletzt und erkrankt schwer. Antonina muss aber plötzlich nicht nur um ihr Kind bangen, sondern auch um den Landsitz der Familie, der ein Opfer der sozialen Unruhen im Land zu werden droht. In ihrer Not wendet sich die Gräfin an den Gutsverwalter Grischa, der allerdings ein dunkles Geheimnis verbirgt.

Meine Meinung:
„Das Lied der Hoffnung“ ist ein wunderbarer, fesselnder und vielschichtiger Roman, der einen von Anfang bis Ende nicht mehr loslässt. Im Prinzip wird die Geschichte auf drei Ebenen erzählt. Zunächst begleitet der Leser Antonina ab dem Jahr 1861, bangt mit ihr um ihren Sohn und den Landsitz und erfährt einiges über die sozialen Umbrüche in jener Zeit. Dann besteht der Roman aber auch aus Rückblicken, in denen man zum einen vieles über Antoninas Jugend und zum anderen einiges über Grischas Vergangenheit erfährt. Linda Holeman schreibt äußerst feinfühlig, bildhaft und vereinnahmend; die Charaktere sind alle sehr greifbar. Wahnsinnig gut ausgearbeitet ist auch der Spannungsbogen: Die Höhen und Tiefen der Geschichte sitzen an der richtigen Stelle, immer wieder gibt es dramatische Wendungen und doch wirkt die Handlung zu keiner Zeit unrealistisch oder überzogen. Ein unterhaltsamer, spannender und herzergreifender Roman, der einen interessanten Einblick in ein Stück russische Geschichte bietet. Ein Roman über Hoffnung, Schuld und Liebe – melancholisch, wie die russische Seele, und erschütternd, aber doch so positiv.

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