Die besten Buchverfilmungen

„Die unendliche Geschichte“, „Das Schweigen der Lämmer“, „Harry Potter“, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“: Hinter all diesen Titeln verstecken sich erfolgreiche Romane, die dann zu meist ebenso erfolgreichen Filmen wurden. Ein Phänomen, das seit Jahrzehnten zu beobachten ist, denn ein Großteil der Filmemacher bedient sich tatsächlich am liebsten literarischer Vorlagen. Natürlich haben Buchverfilmungen auch immer (noch) mit Vorurteilen zu kämpfen. Wird doch oft befürchtet, dass die Buchvorlage verstümmelt wird. Es gibt wirklich sehr viele schlechte Buchverfilmungen und ich gehöre auch zu den Menschen, die sich so einen Film eher skeptisch ansehen. Manchmal wird die Verfilmung dem Buch aber mehr als gerecht oder übetrifft die Romanvorlage sogar. Solche Filme möchte ich euch nun vorstellen.

Der_Name_der_RoseDer Name der Rose
Der Historienthriller aus dem Jahr 1986 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Umberto Eco: Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Gehilfe, der Novize Adson von Melk, versuchen im Jahr 1327 in einer Benediktinerabtei eine unheimliche Mordserie aufzudecken. Kein einfaches Unterfangen, müssen sich William und Adson doch in einer von Aberglauben geprägten Welt auch gegen die Inquisition stellen. Ich habe den Film bestimmt vor mehr als 15 Jahren zum ersten Mal gesehen und war sehr von ihm begeistert. Der Film ist spannend, dramatisch und intelligent gemacht. Vor allem lebt er von seiner düsteren und unheimlichen Atmosphäre. Den Filmemachern ist es so wahnsinnig gut gelungen die Weltanschauung des Mittelalters zu transportieren. Auch die Starbesetzung (Sean Connery, Christian Slater) trägt natürlich zum Erfolg des Films bei. Das Buch habe ich erst Jahre später versucht zu lesen. Zweifelsohne ist das Buch genial und zu Recht ein Klassiker. Es ist aber auch sehr anspruchsvoll. Ich kam mit der Erzähltart nicht wirklich klar. Seitenweise werden da Glaubensfragen diskutiert und die vielen lateinischen Einschübe, die man dann hinten im Buch nachschlagen muss, machen die Lektüre auch nicht gerade einfacher. In diesem Fall greife ich lieber zum Film.

Interview-VampirInterview mit einem Vampir
Der Film aus dem Jahr 1994 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anne Rice. Auch hier habe ich zuerst den Film gesehen, der mich sofort gepackt hat. Mittlerweile zählt er zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Im Film trifft der Reporter Daniel Malloy in San Francisco auf den Vampir Louis. Dieser erzählt ihm nun seine Geschichte. Die eigentliche Filmhandlung setzt dann im Jahr 1791 in New Orleans ein. Louis ist ein junger Plantagenbesitzer, der Frau und Kind verloren hat. Aufgrund dessen führt er ein ausschweifendes Leben, ist depressiv und lebensmüde. Eines Tages wird der Vampir Lestat auf Louis aufmerksam und macht ihn zu seinem Gefährten. Für mich ist „Interview mit einem Vampir“ einer der besten Vampirfilme überhaupt. Grandios ist vor allem die düstere, melancholische und nachdenkliche Stimmung im Film und die Rollen sind einfach perfekt besetzt. Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Fan von Tom Cruise, aber wie er Lestat verkörpert ist großartig. Das Buch – das ja der Auftakt einer Reihe ist – hat mir hingegen überhaupt nicht gefallen. Auch hier kam ich nicht mit dem Schreibstil klar, der war mir viel zu altbacken und ausschweifend. Im Gegensatz zum Film schafft es das Buch auch nicht, diese melancholische Stimmung zu tranpsortieren. Auch vom Inhalt her weichen Buch und Film etwas voneinander ab. Mir hat die Umsetzung im Film tausendmal besser gefallen.

Baader-MeinhofDer Baader-Meinhof-Komplex
Dieser Film aus dem Jahr 2008  basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Stefan Aust und schildert die Geschichte und Aktionen der Terrorgruppe RAF während der 60er und 70er Jahre. Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Obwohl ein Sachbuch ist das Buch überhaupt nicht trocken und liest sich stellenweise wie ein Krimi. Der Journalist Aust hat wahnsinnig gut recherchiert und viele Gerichtsprotokolle, Aufzeichnungen und Briefe zusammengetragen. Zudem schreibt er einfach sehr fesselnd und bietet mit fundierter Sachkenntnis einen guten Einblick in die Geschichte der RAF. Als der Film rauskam, war ich zunächst etwas skeptisch. Ich habe nicht geglaubt, dass der Film dieses doch sehr komplexe Thema so detailliert und trotzdem unterhaltsam rüberbringen kann. Ich habe mich getäuscht. Der Film steht dem Buch wirklich in nichts nach. Und Moritz Bleibtreu als Andreas Baader ist einfach grandios.

Lila_LilaLila, Lila
Der Film aus dem Jahr 2009 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Martin Suter. Es geht um den schüchternen Kellner David, der sich in die Literaturstudentin Marie verliebt. Sie nimmt ihn aber gar nicht wirklich wahr. Das ändert sich, als er auf dem Flohmarkt einen alten Nachttisch erwirbt und im Schub das Manuskript eines Romans findet. David gibt sich als Autor des Romans aus und gibt ihn Marie zum lesen, weil er hofft, sie damit zu beeindrucken. Marie schickt das Manuskript aber heimlich an einen Verlag. Bald verstrickt sich David immer mehr in Lügen. Ich bin ja ein bekennender Fan von Martin Suter und „Lila, Lila“ liebe ich einfach. Normalerweise hat es da die Verfilmung automatisch schwer bei mir. Allerdings ist die filmische Umsetung hier sehr gelungen. Der Film bleibt sehr nah am Buch und man merkt einfach, dass man es hier mit einem Werk von Suter zu tun hat. Sein unverwechselbarer Stil ist auch noch im Film vorhanden. Außerdem hamornieren Daniel Brühl und Hannah Herzsprung gut miteinander und glänzen in ihren Rollen.

Herr-Der-RingeDer Herr der Ringe
Die Film-Trilogie aus den Jahren 2001, 2002 und 2003 basiert auf dem gleichnamigen Werk von J. R. R. Tolkien. Ich mag hin und wieder ein bisschen Fantasy, bin aber kein großer Fan dieses Genres. Die Bücher von Tolkien habe ich mehrmals versucht zu lesen – weil eben ganz viele Menschen in meinem Umfeld davon geschwärmt haben –  und bin immer wieder gescheitert. Die ganze Idee hinter der Geschichte finde ich großartig, aber ich habe es nie geschafft, in diese Welt einzutauchen bzw. mich voll und ganz auf dieses Buch einzulassen. Ich fand die Geschichte stellenweise auch immer viel zu langatmig und detailliert. Doch dann kamen die Filme und ich war hin und weg. Regisseur Peter Jackson hat mit diesen Filmen einen extrem guten Fantasy- Epos geschaffen. Die Rollen sind toll besetzt und der Film ist einfach wahnsinnig atmosphärisch, spannend, unterhaltsam und dramatisch. Die Detailtreue, die mich beim Buch noch so gestört hat, liebe ich beim Film umso mehr. Die Herr-der-Ringe-Filme sind keine Filme die ich ständig schauen kann, aber genau das Richtige für lange dunkle Winterabende.

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