5 Bücher für heiße Sommertage

Für jede Situation das richtige Buch: In meiner Serie „Fünf Bücher für…“ stelle ich euch passende Bücher für spezielle Ereignisse, Tage oder Lebenlsagen vor.

Diesmal: Fünf Bücher für heiße Sommertage

TschickTschick von Wolfgang Herrndorf
Sommer, Hitze, endlose Straßen, Freiheit: an heißen Sommertagen lese ich besonders gerne Romane, in denen sich die Figuren auf einen Roadtrip begeben. Und genau das passiert in „Tschick“: Maik Klinkgenbeg, Kind wohlhabender Eltern, wird die Sommerferien wohl alleine in der heimischen Villa verbringen müssen. Der Vater ist auf Geschäftsreise und die Mutter in der Entzugsklinik. Doch dann taucht sein Mitschülder Tschick auf. Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichtaschow und gehört einer ganz anderen sozialen Schicht als Maik an. Im Gepäck hat er ein geklautes Auto und damit beginnt für die zwei Teenager eine Reise durch die sommerglühende deutsche Provinz. Diese Buch war für mich nicht nur das perfekte Sommerbuch, sondern eines meiner Jahreshighlights. Tschick ist ein ganz tolles Buch über das Erwachsenwerden. Eine vielschichtige Geschichte mit einem Hauch von Wehmut.

Ein_Sommer_wie_dieserEin Sommer wie dieser von Annette Hohberg
Ein Sommerflirt, eine Reise nach Italien: „Ein Sommer wie dieser“ ist ein wahnsinnig toller Sommer-Liebes-Roman, der mich extrem begeistert hat. Und das, obwohl ich normalerweise nicht so der Liebesroman-Typ bin. Die Geschichte handelt von Klara und Stephan. Anfang der 80er Jahre lernen sich beide, damals noch junge Studenten, im Urlaub in Italien kennen und verlieben sich ineinander. Sie verbringen nur wenige, aber intensive Tage miteinander und werden durch eine unglückliche Verkettung von Umständen voneinander getrennt. Über 20 Jahre später begegnen sich die beiden durch einen Zufall wieder. Stephan ist mittlerweile Literaturprofessor und hat seine Affären. Klara ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Dieses Zusammentreffen stellt nun alles, was bisher im Leben der beiden passiert ist, in Frage und bringt alles durcheinander. Denn Klara und Stephan haben sich nie vergessen und auch ihre Liebe scheint nicht vergangen zu sein. Was dieses Buch vor allem ausmacht und was mich von Anfang an an das Buch gefesselt hat, ist der Schreibstil. Hohberg schreibt sehr gefühlvoll, auch ein wenig poetisch und exquisit, aber trotzdem angenehm. Das ganze Buch besteht im Endeffekt nur aus wunderschönen, immer treffenden Formulierungen, die alle sehr tief gehen und nie etwas Schmalziges an sich haben. Auf der emotionalen Ebene hat mich der Roman auf jeden Fall gepackt. Ich habe gelacht, geweint, gebangt und hatte mehrmals Gänsehaut.

Nächsten_SommerNächsten Sommer von Edgar Rai
Ein Haus am Meer, Sommer, Freiheit, Liebe: Auch in „Nächsten Sommer“ steht ein Roadtrip im Mittelpunkt der Handlung, der wahnsinnig gut das Sommergefühl transportiert. Diesmal führt der Roadtrip nach Südfrankreich. Marc hat von seinem Onkel ein Haus am Meer überschrieben bekommen, das er eigentlich gar nicht will. Doch ehe er sich versieht, sitzt er mit seinen Freunden in einem VW-Bus und fährt gen Süden. Ganz nebenbei geht es natürlich um die Frage: Was ist das Leben? Ein tolles Buch, das beweist, dass man Geschichten, in denen es um den Sinn des Lebens geht, auch anders umsetzten kann. Die Geschichte ist leicht und jung, dabei aber auch tiefgründig. Der Schreibstil ist flüssig und hat zum Teil etwas sehr poetisches, ohne aber aufgesetzt oder altbacken zu wirken.

Papaya_BenedictDer Duft der grünen Papaya von Sarah Benedict (Eric Walz)
Generationenübergreifende Familiensaga vor traumhafter Südsee-Kulisse: Fans von historischen Romanen oder Familiengeschichten kann ich „Der Duft der grünen Papaya“ als Sommerlektüre ans Herz legen. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart dreht sich die Geschichte um Evelyn Braams, die vor den Problemen in ihrem Leben fliehen will und in einer Nacht- und Nebelaktion alles in ihrer Heimat Frankfurt zurücklässt und nach Samoa fliegt. Dort quartiert sie sich bei zwei alten Frauen auf einer Papaya-Plantage ein und freundet sich schnell mit der über 90 Jahre alten Ili an. Ili hat aber auch ein Problem, sie bangt um ihren Besitz. Denn ihre Cousine Moana, mit der sie auf der Papaya-Plantage lebt, will die Plantage an einen amerikanischen Investor verkaufen. Aus Rache, denn die beiden alten Frauen stehen seit beinahe 80 Jahren auf Kriegsfuß miteinander. Der zweite Handlungsstrang beginnt im Jahr 1914, als Samoa noch eine deutsche Kolonie war, und erzählt sozusagen, worin der Hass, der die beiden alten Frauen verbindet, begründet liegt. Der Schreibstil ist ruhig, aber durchaus eindringlich und gefühlvoll. Vor allem die Landschaft wird so detailliert und farbig beschrieben, dass man richtig das Meer rauschen hört und die Südseesonne auf seiner Haut spürt.  Der Leser bekommt nicht nur einen Familien- bzw. einen Liebesroman geboten, sondern bekommt auch Einblicke in die deutsche Kolonialzeit auf Samoa. Außerdem erfährt man einiges über die heutige Situation auf der Insel. Unter anderem schneidet der Autor die Probleme der Plantagenbesitzer an, die mit ihren Produkten kaum mehr auf dem Weltmarkt mithalten können oder auch die Situation der Jugendlichen auf Samoa, die sich durch ihre traditionelle Kultur individuell eingeengt fühlen. Zum Ende hin gab es dann vielleicht ein paar zu viele Fügungen, am Schluss war ich aber sehr bewegt und musste sogar ein paar Tränchen verdrücken.

Vorübergehend_totSookie-Stakhouse-Reihe von Charlaine Harris
Vampire, die in heißen Sommernächten ihr Unwesen treiben, Erotik und Südstaaten-Flair: Zugegeben, der fünfte Buchvorschlag ist kein Buch sondern gleich eine ganze Reihe mit 13 Bänden (stellvertretend ist hier der erste Band „Vorübergehend tot“ zu sehen). Allerdings ist die Vampir-Reihe um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stakhouse für mich die perfekte Lektüre für heiße Sommertage und -nächte. Vom ersten Buch an wird man in die Reihe hineingezogen und regelrecht süchtig nach ihr. Harris gelingt es bis zum letzten Band ihr Niveau zu halten und findet auch noch einen runden und passenden Abschluss. Was die Reihe so besonders macht sind die einzigartigen Charaktere, der Sprachwitz und der böse und schwarze Humor. Über allem hängt dieser ganz spezielle Südstaaten-Flair.

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2 Antworten zu 5 Bücher für heiße Sommertage

  1. „Ein Sommer wie dieser“ spricht wirklich in erster Linie die emotionale Ebene an und setzt sich sehr realistisch mit einem Problem der Liebenden auseinander.

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