Zauber vergangener Zeiten: Historische Jugendbücher

Caesar in Rom treffen, Abenteuer in der Steinzeit erleben und die Hexenprozesse im Mittelalter hautnah miterleben: nirgends wird Geschichte so lebendig wie in guten historischen Romanen. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es sehr viele unterhaltsame und gut recherchierte historische Bücher. Einige möchte ich euch hier vorstellen und empfehlen. Die meisten Bücher sind schon ein wenig älter – da noch aus meiner eigenen Jugend. Nichts desto trotz sind sie auch heute noch toll. Spannend, traurig, authentisch, mit starken Charakteren und gut recherchiert. So macht Geschichte Spaß.

  • Harald Parigger – Der schwarze Mönch
    1408551_1408551_xl
    In „Der schwarze Mönch“ widmet sich Parigger einem äußerst interessanten Thema: Dem Kinderkreuzzug im Jahr 1212. Held seiner Geschichte ist der 15 Jahre alte Gerhard aus Speyer, der von einem besseren Leben träumt. Als ein geheimnisvoller, schwarz gekleideter Mönch in der Stadt auftaucht, Jugendliche um sich schart und ihnen eine Zukunft ohne Unterdrückung und Hunger verspricht, schließt sich auch Gerhard dem Wanderprediger an. Auf der Reise zeigt der Mönch jedoch sein wahres Gesicht und die Jugendlichen erfahren, dass sie auf einen Kreuzzug nach Jerusalem geschickt werden sollen. Die Geschichte, die auf historischen Tatsachen beruht, wird sehr authentisch und spannend erzählt. Man fiebert regelrecht mit Gerhard und den anderen Jugendlichen mit. Parigger hat übrigens noch einige andere tolle historische Jugendbücher, die im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit spielen, geschrieben. Empfehlen kann ich an dieser Stelle noch „Die Hexe von Zeil“ (Thema: Inquisition im 17. Jahrhundert) und „Im Schatten des schwarzen Todes“ (Thema: Ausbruch der Pest in Europa im Jahr 1348).
  • Tilman Röhrig – In 300 Jahren vielleicht
    In_300_Jahren_vielleichtMitten in den Wirren des 30-jährigen Krieges, im Jahr 1641,  spielt Röhrigs dramatisches Werk „In 300 Jahren vielleicht“. Das Leben der Menschen in Eggenbusch besteht aus Hunger, Elend und der Angst vor plündernden und mordende Soldatenhorden. Nur die wenigstens können sich noch an die Zeit vor dem Krieg erinnern. Auch der 15 Jahre alte Jockel hat nie erlebt, wie es ist, in Friedenszeiten zu leben. Nur seine Liebe zu Katharina und seine Hoffnung, dass irgendwann – in 300 Jahren vielleicht – der Krieg vorbei ist, machen ihm das Leben erträglich. Mich hat der Roman damals sehr bewegt und nachdenklich gestimmt: Wie dankbar sollte man sein, in einer Zeit wie heute zu leben.
  • Rainer M. Schröder – Das Geheimnis der weißen Mönche
    weiße_MöncheViel Spannung, Abenteuer und Dramatik verspricht  „Das Geheimnis der weißen Mönche“ von Rainer M. Schröder. Hauptthema des Romans ist die Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert. Held der Geschichte ist Jakob Itllmann, der seinen todkranken Bruder Anselm in ein Kloster bringt. Doch in dem Kloster gehen seltsame Dinge vor sich und Jakob schwebt plötzlich in großer Gefahr. Denn einige der Mönche wollen unbedingt wissen, was ihm der sterbende Anselm anvertraut hat. Allerdings hat Jakob keine Ahnung, nach welcher Information die Mönche suchen. Ich habe das Buch damals regelrecht verschlungen. Nicht nur, dass der Roman historisch interessant ist, er ist so spannend, dass man es fast schon mit einem Thriller zu tun hat. Und eine gute Portion Herzschmerz gab es auch.
  • Ingeborg Engelhardt – Hexen in der Stadt
    Hexen_StadtEbenfalls der Inquisition widmet sich Engelhardts Büchlein „Hexen in der Stadt“. Das Buch ist vielleicht aus heutiger Sicht ein wenig schwerfälliger zu lesen, da es bereits in den 1970er Jahren geschrieben worden ist. Nichts desto trotz möchte ich das Buch hier vorstellen, weil Engelhardt wahnsinnig gut recherchiert hat und die Ereignisse zu jener Zeit sehr realistisch, detailgetreu und mitreißend schildert. Die Geschichte spielt in Bamberg. Während des 30-jährigen Krieges wird die Stadt Schauplatz einer Hexenverfolgung. Eine kleine Gruppe versucht Widerstand zu leisten, kann aber nichts ausrichten. Erst nach vielen Jahren werden die Prozesse plötzlich eingestellt. Die Gründe liegen im dunklen. Das Besondere an dem Roman: Engelhardt hat echte Prozessakten aus der damaligen Zeit in die Geschichte mit eingebaut, was den Roman sehr authentisch und besonders dramatisch macht, da es diese Personen ja wirklich gegeben hat.
  • Gabriele Beyerlein – Die Maske im See
    Maske_im_SeeGanz weit zurück in die Geschichte der Menschheit führt uns Beyerleins Werk „Die Maske im See“. Der historische Jugendroman spielt nämlich in der frühen Eisenzeit. Schon allein diese Tatsache hat den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Denn Gechichten, die einen solch guten Einblick in eine Zeit, die so weit zurück liegt geben, sind selten. Noch dazu ist die Geschichte, die Beyerlein erzählt, äußerst spannend und unterhaltsam. Die Geschichte spielt auf dem Gut eines Salzbergwerk-Besitzers. Auf diesem Gut scheint ein Fluch zu liegen: Die Frau des Herrn stirbt, die Salzkarawane, die auf dem Weg in den Süden ist, bleibt verschollen und auch der Bergherr selbst kehrt von der Suche nach der Karawane nicht zurück. Sein Neffe Diviciacus will zusammen mit dem Salzträgersohn Addedus und dem etruskischen Mädchen Larthia herausfinden, was da los ist. Sie vermuten, dass alles mit einer Maske zusammenhängt, die der Bergherr von einem Verbündetem geschenkt bekommen hat. Gabriele Beyerlein hat übrigens sehr viele historiche Jugendbücher geschrieben und viele davon spielen in der vor- und frühgeschichtlichen Zeit.
  • Josef Carl Grund – Geiseln für Caesar
    Geiseln_CaesarJosef Carl Grund ist ebenfalls ein Autor, der zahlreiche historische Jugendbücher veröffentlicht hat. Hauptsächlich spielen seine Geschichten in der Antike, er hat sich aber auch vor- und frühgeschichtlichen Zeiten gewidmet. Stellvertretend möchte ich hier den Roman „Geiseln für Caesar“ vorstellen: Im Jahr 52 v. Chr. hat sich Caesar die Herrschaft über Länder rund um das Mittelmeer bis nach Gallien erkämpft. Um sich die Loyalität der Unterworfenen zu sichern, lässt Caesar Kinder adeliger Familien aus diesen Ländern als Geiseln nach Rom bringen. Auch der 16 Jahre alte Cyran aus Gallien ist einer dieser Geiseln, ebenso wie Herat und Tanit, zwei Mädchen aus Ägypten. Cyran und Herat verlieben sich ineinander und schmieden Fluchtpläne. „Geiseln für Caesar“ ist ein tolles Buch, das ein lebendigs Bild vom alten Rom vermittelt. Weitere gute Bücher von Grund, die ich gelesen habe, sind: „Die Höhle über dem Fluss“ (spielt in der Altsteinzeit) und „Rette dich Pharao“ (spielt im alten Ägypten).
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bücherkiste abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s