Lesetipp: Die Kaffeeprinzessin und Das Erbe der Kaffeeprinzessin von Karin Engel

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Inhalt:
Bremen Anfang des 20. Jahrhunderts: Für die schöne Schauspielerin Felicitas geht ein Traum in Erfüllung, als sie in die vornehme Familie Andreesen einheiratet, die ihren Reichtum dem Kaffee verdankt. Doch zunächst ist es nicht leicht für die temperamentvolle und eigenwillige Frau, sich ihren Platz in dieser Welt zu erobern. Vor allem ihre Schwiegermutter Elisabeth beäugt die Fremde mit Misstrauen. Jahre später ist es an Teresa, Felicitas jüngster Tochter, das Erbe der Kaffeedynasite Andreesen weiterzuführen. Keine leichte Aufgabe in den Wirren des 2. Weltkriegs. (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung:
Mit der „Kaffeeprinzessin“ hat Engel ein gewaltiges und facettenreiches Familienepos vorgelegt. Titelheldin der Geschichte ist Felicitas, die aus einer Schauspielerfamilie stammt und selbst Schauspielerin werden will. Anstatt ihren Traum zu verwirklichen heiratet sie den Erben einer großen Bremer Kaffeefirma. Nach und nach, vor allem, als ihr Mann im 1. Weltkrieg kämpfen muss, mausert sich Felicitas zu einer taffen Geschäftsfrau. Engel beschränkt sich in dem Buch aber nicht nur auf die Geschichte von Felicitas, auch die Schicksale der anderen Familienmitglieder werden beleuchtet. Das Buch spielt demnach nicht nur in Bremen, sondern auch in Brasilien, Russland, Ostpreußen, Paris und Berlin. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und Engel erzählt einfühlsam, detailgetreu und informativ. Man erfährt so auch einiges über die sozialen und politischen Umwälzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und über die Kaffeebranche zu jener Zeit. Es wird zum Beispiel beschrieben, unter welchen harten Bedingungen die Kaffeepflücker in Brasilien arbeiten mussten. Die Geschichte hält nette Wendungen bereit, ist aber nicht übermäßig spannend, denn viele Dinge sind dann doch recht vorhersehbar. Nichts desto trotz ist „Die Kaffeprinzessin“ aber ein sehr guter historischer Roman mit vereinnahmenden Charakteren.

„Das Erbe der Kaffeeprinzessin“ ist die Fortsetzung des Romans „Die Kaffeeprinzessin“. Die Geschichte beginnt etwa fünf Jahre nach den Geschehnissen im ersten Teil und der Leser erfährt nun, wie es Familie Andreesen und dem Kaffeeunternehmen während der Zeit des Dritten Reichs bzw. in der Nachkriegszeit ergeht. Sprachlich und stilistisch steht der Roman dem ersten in nichts nach, auch die Charaktere sind wieder regelrecht vereinnahmend. Sehr gelungen ist Engel auch hier die Verknüpfung historischer Fakten mit der Geschichte der Familie Andreesen. Gerade Felicitas Zwiespalt zwischen dem Drang, alles dafür zu tun, um das Familienunternehmen durch den Krieg zu bringen und dem Bedürfnis, ihre Abneigung gegen das Dritte Reich offen zu zeigen, kommen gut rüber. Im Grunde hat mir der zweite Teil sogar besser gefallen als der erste. Er war spannender, packender, emotionaler und unvorhersehbarer. Ein wenig scheint es so, als ob sich Engel im ersten Teil erst warm schreiben hat müssen, um dann im zweiten Teil richtig loszulegen. Beide Bücher sind aber empfehlenswert. Insgesamt ist der Zweiteiler ein historisch interessanter, schöner Familienepos. Vor allem allen, die gerne Geschichten über Familiendynastien und starke Frauen lesen, werden die Bücher gefallen.

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