Klassiker entstauben: Alfred Kubin – Die andere Seite

P1100569Sie gelten als verstaubt, erinnern an langweilige Schulstunden und haben den Ruf nicht mehr zeitgemäß und schwer verständich zu sein: die sogenannten Klassiker der Literatur. Tatsächlich aber lohnt es sich auch heute noch, einige dieser Klassiker zu lesen. Die Themen sind oft zeitlos und die Sprache in vielen Fällen erstaunlich flott. Zudem liefern die Werke ein gutes, authentisches Bild ihrer Epoche. Besonders empfehlenswerte Klassiker, quer durch alle Epochen, möchte ich euch in einer losen Serie ans Herz legen oder einfach wieder zurück ins Gedächtnis rufen.

Diesmal: Die andere Seite von Alfred Kubin

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Inhalt:
Ein Mann erhält eines Tages einen überraschenden Besuch. Sein alter Schulfreund Claus Patera lädt ihn und seine Frau in sein selbst errichtetes Traumreich ein. In jenem Reich herrscht Widerstand gegen jeden Fortschritt. Sehr angetan davon, beschließt das Ehepaar dorthin zu ziehen. Doch das Traumreich entpuppt sich als Überwachungsstaat. Und nachdem auch noch der amerikanische Pökelfleischfabrikant Herkules Bell das Traumreich der Neuzeit anpassen will, bricht das Chaos aus…

Epoche:
„Die andere Seite“ ist ein phantastischer Roman der literarischen Moderne (1890 bis 1920). Angesichts des Jahrhundertwechsels dominierten zu jener Zeit Untergangsvisionen und Endzeitstimmungen in der Literatur. Zudem gilt Kubin als Wegbereiter des Surrealismus. Ziel der Surrealisten war es, den Erfahrungsbereich der Menschen, der durch die Logik begrenzt ist, durch das Absurde zu erweitern.

Meine Meinung:
Eigentlich war Alfred Kubin Maler und kein Schriftsteller. „Die andere Seite“ blieb sein einziger Roman und entstand aus einer Schaffenskrise heraus. Im Grunde schade, denn Kubin hätte als Schriftsteller großes Potential gehabt. „Die andere Seite“ zumindest ist einer der besten phantastischen Romane, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Mit außergewöhnlicher Sogkraft und bildgewaltig erzählt Kubin, wie ein System ohne Mittelpunkt kollabiert. Düster, poetisch und spannend. Schade auch, dass das Werk bis heute kaum Beachtung fand. Ich finde, es lohnt sich das Buch zu lesen. Vor allem  diejenigen, die Dystopien mögen, sollten mal einen Blick auf das Buch werfen.

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