Mitraten beim Vier-Gänge-Menü: Krimidinner

P1080765Mörderisch gut essen und dabei Sherlock Holmes spielen: Viele Restaurants oder Event-Agenturen bieten mittlerweile Krimidinner an. Ich habe vor einiger Zeit ein Krimidinner der  Agentur Galadinner besucht und kann dieses Spektakel nur weiterempfehlen. Wer mehr über den Abend wissen möchte, kann hier meinen Bericht lesen:

Die runden Tische auf Schloss Darkwood waren festlich gedeckt, die  adeligen Herrschaften elegant herausgeputzt, und unterm imposanten Familienwappen thronte die glänzend  polierte Urne. Alles war bereit für den Leichenschmaus zu Ehren von Lord Ashtonburry.
Doch wer dachte, in aller Ruhe das legendäre Vier-Gänge-Menü der Schlossküche genießen zu können, der irrte. Noch vor der Suppe geschah ein Mord. Bald waren die Gäste in einen delikaten Kriminalfall verwickelt, bei dem keiner vor wilden Spekulation zurück schreckte. Hatte die kühle schwarze Witwe etwas mit dem Mord zu tun? War es der  spielsüchtige Neffe des Lords, die uneheliche Tochter oder gar der untergebene Butler? Ein Motiv zumindest hatten sie alle.

„Na, freuen Sie sich auch schon so aufs Erben?“  – Galant empfing Peter Ross, der raffgierige  Neffe von Lord Ashtonburry, einzelne Gäste am Eingang von Schloss Darkwood und geleitete sie an ihre Tische. Sämtliche Verwandte des Lords hatte die Witwe zur  Testamentseröffnung auf den Stammsitz der Familie  zusammenkommen lassen. Alle waren erpicht darauf, zu erfahren, wen der Lord nun in seinem Testament begünstigt hat und wer leer ausgehen wird. Während die Lady gerade einige Worte an ihre Verwandten richtete, polterte ein verspäteter Gast in den Saal: Sir Ernest Hockrich, ein Halbbruder des alten Lords. Schnell wurde klar, dass er nicht viel vom Rest seiner Verwandtschaft hält und anscheinend einige düstere Geheimnisse der Familie kennt. Bevor es jedoch zu größeren Auseinandersetzungen kommen konnte, verlas Notar Mister Tanner – der von den Schauspielern spontan aus dem Publikum gewählt wurde – den „vorletzten Willen“ des Lords. Wenn die verfeindeten Zweige der Familie das Abendmahl „in Frieden und Eintracht“ überstünden, würden 200 Millionen Pfund unter den Verwandten aufgeteilt. Der Frieden währte jedoch nicht lange, denn gleich nach der Vorspeise brach der Halbbruder des Lords tot zusammen. „Er ist vergiftet worden“, attestierte der Leibarzt der Familie, der auch spontan unter den Gästen ausgewählt wurde. Beinahe zeitgleich ließen Blitz und Donner die Trauergäste hochschrecken. Stromausfall. Nur noch die schweren, spinnwebenverhangenen Kronleuchter auf den Tischen spendeten etwas Licht. „Die Telefonleitung ist ebenfalls tot“, meldete Butler Bunter, und im Radio war zu hören, dass die Halbinsel, auf der sich das Schloss befindet, von der Außenwelt abgeschnitten war. „Der Mörder muss noch unter uns sein“, rief  die Witwe. An den einzelnen Tischen reckten die Gäste die Hälse und spähten mit zusammengekniffenen Augen im Saal herum. Wer könnte es gewesen sein?

Nach der Suppe gesellte sich der Inspektor, stilecht im karierten Anzug und Pfeife rauchend, zur Trauergesellschaft. Sofort nahm er seine Ermittlungen auf, rekonstruierte den Weg des Weinglases, aus dem der Tote zuletzt getrunken hatte, und befragte die Gäste. Nach der Hauptspeise spitzte sich die Situation immer mehr zu. Jeder verdächtigte jeden und versuchte Zwietracht unter den Gästen zu säen. Ein Motiv hatten sie alle.

Noch vor der Nachspeise wusste der Inspektor nicht mehr weiter und bat die Gäste um Hilfe. Sie sollten auf einem Zettel vermerken, wer der Täter sei und welches Motiv er habe. Nach Apfelkuchen und Maronen-Eis kam es dann zum großen Showdown im Saal. Die düsteren Familiengeheimnisse wurden aufgedeckt und der Täter gestellt. Unter den richtigen Lösungen wurde schließlich ein Gewinner gezogen. Wer am Ende Recht hatte und somit eine Flasche Absinth mit nach Hause nehmen konnte, wird nicht verraten.

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