Lesetipp: Die weißen Lichter von Paris und Der Himmel über den Linden von Theresa Révay

Revaylinden 

Inhalt:
Petrograd, 1917: Gräfin Xenia Ossolin ist die wohlbehütete Tochter eines russischen  Gardegenerals und wächst in den besten Kreisen der Petersburger Gesellschaft auf. In den Wirren der blutigen Oktoberrevolution verliert sie jedoch alles und landet nach einer dramatischen Flucht in Paris, wo sie als Näherin versucht sich und ihre beiden jüngeren Geschwister durchzubringen. Eines Tages wird Xenia von einem Modeschöpfer entdeckt und steigt zum gefragten Model auf. Auch der Berliner Fotograf Max von Passau wird auf die schöne Russin aufmerksam. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre miteiander, doch als Max Xenia nach Paris folgt, weißt sie ihn zurück. Viel später, während in Europa der zweite Weltkrieg tobt, begegnen sich die beiden unter dramatischen Umständen wieder und der Krieg scheint alles, was zwischen Xenia und Max war, zu zerstören…

Meine Meinung:
Eines gleich mal vorne weg: Der Zweiteiler ist ein durchaus gelungener, extrem gut recherchierter Historienroman und wirklich alles andere, als eine reine, kitschige Liebesgeschichte.

„Die weißen Lichter von Paris“ haben mich tatsächlich von Anfang bis Ende überzeugt. Die Charaktere und ihre Schicksale  sind sehr vereinnahmend, die Geschichte wird mitreißend, ergreifend und atmosphärisch erzählt, der Schreibstil ist sehr bildhaft. Gleichzeitig schafft es Révay viele historische Fakten in die Geschichte einfließen zu lassen, ohne die Spannung zu mindern oder den Fluss der Handlung zu stören. Letztendlich hat sie  mit dem Roman ein sehr ergreifendes Zeitdokument geschaffen, das von den 1920er Jahren bis zum Ende des zweiten Weltkrieges reicht. Das Ende ist sehr aufwühlend und dramatisch, so dass einem kaum etwas anderes übrig bleibt, als sofort den zweiten Teil der Geschichte zu lesen.

„Der Himmel über den Linden“ ist dann die Fortsetzung des Romans „Die weißen Lichter von Paris“ und spielt nun im Nachkriegseuropa und während des kalten Krieges. Sprachlich und stilistisch steht der Roman dem ersten Teil in nichts nach. Wieder wird die Geschichte sehr stimmungsvoll, bildhaft und ergreifend erzählt. Fast könnte man meinen, selbst durch das zerbombte Berlin zu laufen, fast sieht man sich selbst zwischen den Trümmern stehen. Inhaltlich kommt der Roman allerdings nicht mehr ganz an seinen Vorgänger heran. Natürlich ist es spannend, zu erfahren, wie es mit den Figuren weitergeht – war doch das Ende des ersten Teils sehr dramatisch und offen gehalten. Doch hat sich die Handlung des zweiten Teils an manchen Stellen ein wenig gezogen und der Roman war dadurch nicht mehr ganz so mitreißend wie der erste Teil. Im Großen und Ganzen ist „Der Himmel über den Linden“ aber  auch sehr gelungen, gut recherchiert und eine würdige Fortsetzung.

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